2. September 2026 · 4 Min. Lesezeit · Denis Racz, Gründer von heybeam
Fragen für die Mitarbeiterbefragung: 30 Beispiele zum Übernehmen
30 erprobte Fragen für Ihre Mitarbeiterbefragung, sortiert nach Themen. Mit Tipps zur Skala, zur Länge und dazu, welche Fragen Sie besser weglassen.

Die meisten Mitarbeiterbefragungen scheitern an den Fragen. Sind es zu viele, sind sie verschachtelt oder weit weg vom Alltag, klicken die Leute nur noch durch. Gute Fragen sind kurz und konkret, und jede Antwort darauf bedeutet etwas.
Hier finden Sie 30 Fragen, sortiert nach sechs Themen. Sie müssen nicht alle verwenden. Wählen Sie pro Runde wenige aus und wechseln Sie die Themen ab.
Bevor Sie Fragen auswählen: drei Grundregeln
Jede Frage sollte nur einen Gedanken enthalten. „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeitslast und Ihrer Führungskraft?“ lässt sich nicht sinnvoll beantworten. Trennen Sie solche Fragen.
Verwenden Sie für alle Fragen dieselbe Skala. Wer zwischen „1 bis 5“, „0 bis 10“ und „stimme zu / stimme nicht zu“ wechseln muss, antwortet ungenauer. Bewährt haben sich eine Skala von 0 bis 10 oder fünf Stufen von „trifft gar nicht zu“ bis „trifft voll zu“.
Fragen Sie lieber kurz und regelmäßig. Drei Fragen alle zwei Wochen bringen mehr als 60 Fragen einmal im Jahr. Warum, lesen Sie in unserem Artikel Pulsbefragung statt Jahresbefragung.
1. Zufriedenheit und Stimmung
- Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihrer Arbeit?
- Wie gerne sind Sie diese Woche zur Arbeit gegangen?
- Wie gut kommen Sie mit Ihren Aufgaben voran?
- Wie viel Energie haben Sie am Ende eines Arbeitstags noch?
- Würden Sie Ihren Arbeitsplatz einer Freundin oder einem Freund empfehlen? (0–10)
Die letzte Frage ist die Grundlage des eNPS. Wie Sie daraus eine Kennzahl machen, erklärt der Artikel eNPS berechnen.
2. Arbeitslast
- Wie gut lässt sich Ihre Arbeitslast in dieser Woche bewältigen?
- Wie oft mussten Sie in letzter Zeit länger arbeiten als geplant?
- Haben Sie genug Zeit, um Ihre Arbeit sorgfältig zu machen?
- Wie gut können Sie sich ohne ständige Unterbrechungen konzentrieren?
- Wissen Sie, welche Aufgaben gerade Vorrang haben?
3. Zusammenarbeit
- Wie gut klappt die Zusammenarbeit in Ihrem Team?
- Bekommen Sie von anderen Teams die Informationen, die Sie brauchen?
- Wie leicht fällt es Ihnen, im Team um Hilfe zu bitten?
- Werden Konflikte in Ihrem Team offen angesprochen?
- Wie gut funktionieren Übergaben zwischen Ihnen und anderen Bereichen?
4. Wertschätzung und Anerkennung
- Fühlen Sie sich für Ihre Arbeit wertgeschätzt?
- Wann haben Sie zuletzt ein ehrliches Lob bekommen?
- Wird Ihre Meinung bei Entscheidungen berücksichtigt?
- Werden auch kleine Erfolge im Team gesehen?
- Fühlen Sie sich fair behandelt?
5. Führung und Entwicklung
- Wie gut unterstützt Sie Ihre Führungskraft bei Ihrer Arbeit?
- Bekommen Sie regelmäßig Rückmeldung zu Ihrer Arbeit?
- Können Sie offen sagen, wenn Sie mit etwas nicht einverstanden sind?
- Haben Sie das Gefühl, bei uns etwas dazuzulernen?
- Sehen Sie für sich eine Perspektive in unserem Unternehmen?
6. Bleibeabsicht
- Sehen Sie sich in einem Jahr noch bei uns?
- Haben Sie in den letzten Wochen daran gedacht, sich woanders zu bewerben?
- Was müsste passieren, damit Sie langfristig bleiben? (offen)
- Was hält Sie im Moment am meisten bei uns? (offen)
- Was würden Sie als Erstes ändern, wenn Sie einen Tag lang entscheiden dürften? (offen)
Fragen zur Bleibeabsicht zeigen früh, wo es kippt. Mehr dazu im Artikel Fluktuation früh erkennen.
Offene Fragen: sparsam, aber nicht weglassen
Zahlen zeigen, dass sich etwas verändert. Kommentare zeigen, warum. Eine offene Frage pro Runde reicht meistens, etwa: „Was sollten wir als Nächstes verbessern?“ Machen Sie sie freiwillig, damit niemand etwas schreiben muss, nur um weiterzukommen.
Fragen, die Sie besser weglassen
- Fragen nach Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Standort machen Gruppen in Kombination schnell so klein, dass einzelne Personen erkennbar werden. Was bei der Anonymität sonst noch wichtig ist, lesen Sie in Anonyme Mitarbeiterbefragung: Ab wann ist sie wirklich anonym?
- Fragen Sie nur nach Dingen, auf die Sie auch reagieren wollen und können. Wer nach dem Gehalt fragt, weckt Erwartungen.
- Eine Suggestivfrage wie „Wie sehr schätzen Sie unsere tolle Teamkultur?“ bringt keine ehrliche Antwort.
So wählen Sie aus
Starten Sie mit einer Frage zur Gesamtzufriedenheit und ergänzen Sie zwei Fragen aus einem wechselnden Thema. So bleibt jede Runde kurz, und nach einigen Wochen haben Sie trotzdem ein vollständiges Bild. heybeam arbeitet nach diesem Prinzip: 3 Fragen pro Check-in, zehn Themen im Wechsel. Für einzelne Branchen gibt es eigene Beispiele: Fragen für Pflege und Gesundheit, Fragen für Produktion und Industrie und Fragen für Handel und Filialen. Wie Sie die Befragung Schritt für Schritt einführen, lesen Sie im Leitfaden in 7 Schritten.