
Jede Kündigung einer guten Kollegin kostet mehr als die Stellenanzeige. Wissen geht verloren, das Team muss die Lücke füllen, und die Nachfolgerin braucht Monate, bis sie angekommen ist. Umso ärgerlicher ist es, wenn man im Nachhinein merkt, dass die Zeichen schon lange da waren.
Mitarbeiterbindung entsteht im Alltag: durch eine Arbeitslast, die zu schaffen ist, durch Anerkennung und durch eine Perspektive. Einzelne Benefits reichen dafür nicht.
Typische Situationen
- Die Leistungsträger sind still geworden. Sie machen ihre Arbeit, aber die Ideen und das Engagement von früher fehlen.
- Aus einem Team kommen mehrere Kündigungen. Einzeln scheint jede einen persönlichen Grund zu haben, zusammen ergeben sie ein Muster.
- Der Arbeitsmarkt lockt: In gefragten Berufen bekommen Ihre Leute regelmäßig Angebote. Ob sie diese annehmen, hängt davon ab, wie wohl sie sich bei Ihnen fühlen.
- Ein großes Projekt ist geschafft, aber die Erschöpfung bleibt. Nach so einer anstrengenden Phase entscheiden viele, ob sie weitermachen.
Worauf es ankommt
Messen Sie die Bleibeabsicht direkt, mit einer einfachen Frage: „Sehen Sie sich in einem Jahr noch bei uns?“ Anonym und regelmäßig gestellt, zeigt sie früh, in welchen Teams es kippt.
Ein einzelner niedriger Wert kann Zufall sein. Sinkt die Bleibeabsicht in einem Team aber über drei, vier Runden, ist das ein deutliches Signal.
Suchen Sie nach der Ursache. Sinkt die Bleibeabsicht, während die Arbeitslast immer schwerer zu bewältigen ist, hilft kein Teamevent. Fehlt die Perspektive, helfen Entwicklungsgespräche mehr als ein neuer Kaffeeautomat.
Die Versuchung ist groß herauszufinden, wer genau gehen will. Lassen Sie es, denn die Suche nach Einzelnen zerstört das Vertrauen, auf dem die ehrlichen Antworten beruhen. Mehr dazu im Artikel Fluktuation früh erkennen.
Passende Fragen
- Sehen Sie sich in einem Jahr noch bei uns?
- Fühlen Sie sich für Ihre Arbeit wertgeschätzt?
- Sehen Sie für sich eine Perspektive in unserem Unternehmen?
- Was hält Sie im Moment am meisten bei uns? (offen)
So könnte es aussehen
Ein erfundenes, aber typisches Beispiel.
In einem mittelständischen Unternehmen sinkt die Bleibeabsicht in einem Team über vier Runden langsam, aber stetig. Kündigungen gibt es noch keine.
Die Teamleitung spricht das Thema im Jour fixe an, ohne nach Einzelnen zu fragen. Im Gespräch und in den Kommentaren zeigt sich: Seit einer Umstellung gibt es keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr, und mehrere erfahrene Leute fühlen sich festgefahren. Gemeinsam mit HR führt die Teamleitung Entwicklungsgespräche ein und schafft eine neue Rolle als fachliche Ansprechperson im Team. Die Bleibeabsicht erholt sich in den folgenden Runden, bevor jemand geht.
So hilft heybeam
- Die Bleibeabsicht ist ein eigenes Thema. Sie sehen ihren Verlauf pro Team und in der Heatmap im Vergleich zum Firmenschnitt.
- Der eNPS, also die Frage nach der Weiterempfehlung als Arbeitgeber, ist schon im kleinsten Paket enthalten. Wie Sie ihn lesen, erklärt der Artikel eNPS berechnen.
- Führungskräfte legen Maßnahmen an, und das ganze Team sieht Stand und Verantwortliche. Dass sich sichtbar etwas bewegt, ist einer der wichtigsten Gründe zu bleiben.
- heybeam zeigt, ob sich die Werte nach einer Maßnahme erholen. Mehr dazu unter Vom Feedback zur Maßnahme.
Häufige Fragen
Erfahre ich, wer kündigen will?
Nein, und das ist Absicht. heybeam zeigt Ergebnisse nur für Gruppen ab 5 Antworten. Nur so antworten Menschen ehrlich auf eine so heikle Frage.
Ist die Frage nach der Bleibeabsicht nicht zu direkt?
In einer anonymen Befragung ist sie gut akzeptiert. Erklären Sie vorher, warum Sie fragen, und reagieren Sie auf die Ergebnisse.
Was tun, wenn die Bleibeabsicht in einem Team sinkt?
Sprechen Sie das Thema im Team an, ohne nach Einzelnen zu fragen. Suchen Sie gemeinsam nach den Gründen und legen Sie eine konkrete Maßnahme fest. In den nächsten Runden sehen Sie, ob sie wirkt.