
In Agenturen arbeiten Menschen, die ihren Job oft lieben. Das macht es schwierig, denn wer mit Leidenschaft dabei ist, sagt selten Nein. Die Präsentation muss bis morgen fertig werden, der Kunde hat noch eine Idee, und der nächste Pitch steht schon an. Das geht eine Weile gut, irgendwann aber nicht mehr.
Dazu kommt, dass Agenturen oft klein und eng miteinander verbunden sind. Kritik an der Arbeitsweise fühlt sich schnell wie Kritik an den Kolleginnen an und bleibt deshalb unausgesprochen.
Typische Situationen
- In Pitch-Phasen wird wochenlang bis in die Nacht gearbeitet. Danach kommt die Zusage oder die Absage, und beides hinterlässt Spuren.
- Kunden verschieben Grenzen: zusätzliche Korrekturschleifen, Anrufe am Wochenende, Deadlines, die über Nacht vorgezogen werden.
- Für kreative Arbeit gibt es wenig Anerkennung. Die Idee kommt aus dem Team, präsentiert wird sie von der Geschäftsführung, und wer sie hatte, geht im Applaus unter.
- Feste und freie Leute arbeiten im selben Projekt. Freelancer bringen Tempo, aber auch Unterschiede in Bezahlung, Sicherheit und Zugehörigkeit.
Worauf es ankommt
Achten Sie darauf, wann Sie fragen. Direkt nach einem großen Pitch fallen die Werte fast immer schlechter aus, das ist normal. Aussagekräftig ist der Verlauf über mehrere Wochen: Erholt sich das Team danach, oder bleibt die Belastung hoch?
Messen Sie Wertschätzung mit einer eigenen Frage. In kreativen Berufen ist Anerkennung oft wichtiger als in anderen Branchen, und die Antworten zeigen, ob die Arbeit gesehen wird.
Viele Agenturen haben Teams mit drei bis sechs Personen. Damit auch dort niemand erkennbar ist, sollten kleine Teams zur nächsthöheren Ebene zählen, im Zweifel zur ganzen Agentur. Wie Anonymität in kleinen Teams gelingt, lesen Sie im Blog.
Ob Freelancer mitmachen, entscheiden Sie. Sagen Sie aber klar, wer eingeladen ist und wer nicht, damit sich niemand übergangen fühlt.
Passende Fragen
- Wie realistisch waren die Deadlines in den letzten zwei Wochen?
- Wird Ihre kreative Arbeit im Team und gegenüber Kunden gesehen?
- Wie gut können Sie nach Feierabend abschalten?
- Was würde Ihnen in stressigen Projektphasen am meisten helfen? (offen)
So könnte es aussehen
Ein erfundenes, aber typisches Beispiel.
Eine Kreativagentur mit 35 Beschäftigten gewinnt zwei große Pitches hintereinander. Die Arbeitslast lässt sich kaum noch bewältigen, und die Werte dazu brechen ein. Das war zu erwarten. Auffällig ist, dass sie sich auch drei Wochen nach dem zweiten Pitch nicht erholen.
In den Kommentaren zeigt sich, warum: Direkt nach den Pitches kamen neue Kundenaufträge, und eine Pause gab es nie. Die Geschäftsführung führt eine Regel ein: Nach jedem großen Pitch hat das beteiligte Team zwei ruhigere Wochen ohne neue Projekte. Die Maßnahme ist für alle sichtbar. Beim nächsten Pitch sinken die Werte wieder, erholen sich danach aber deutlich schneller.
So hilft heybeam
- In heybeam sehen Sie den Verlauf, also ob sich die Werte nach einer Pitch-Phase wieder erholen oder die Belastung dauerhaft hoch bleibt.
- Den Rhythmus wählen Sie nach Bedarf, in heißen Phasen wöchentlich, sonst alle zwei Wochen oder monatlich.
- Kleine Teams bleiben anonym. Werte gibt es ab 5 Antworten, kleinere Teams zählen zur nächsthöheren Ebene, und der KI-Schreibstil-Schutz verhindert, dass jemand an seiner Formulierung erkannt wird.
- Die Geschäftsführung kann direkt auf einen anonymen Kommentar antworten. Die Antwort sieht nur die Person, die ihn geschrieben hat.
- Maßnahmen sieht das ganze Team, zum Beispiel eine feste Regel für Korrekturschleifen oder einen freien Tag nach jedem Pitch. Mehr unter Vom Feedback zur Maßnahme.
Häufige Fragen
Lohnt sich heybeam auch für eine kleine Agentur?
Ab etwa zehn Personen gut, denn Ergebnisse gibt es ab 5 Antworten. Kleinere Agenturen fassen am besten alle in einer Gruppe zusammen und teilen sie erst auf, wenn sie wachsen.
Sollten wir während eines Pitches befragen?
Ja, gerade dann. Die Werte werden vermutlich sinken, aber Sie sehen, wie stark und ob sie sich danach erholen. Sprechen Sie nach dem Pitch im Team darüber.
Können Freelancer teilnehmen?
Sie entscheiden, wen Sie einladen. Wenn Freelancer eng im Team arbeiten, lohnt es sich oft, auch sie zu fragen. Werten Sie sie dann als eigene Gruppe aus, sobald diese groß genug ist.